Spanische Impressionen III

Erstes Etappenziel auf der Rückfahrt war Tordesillas, zugleich Ausgangspunkt für einen Ausflug am Folgetag. Vor 525 Jahren,  am 7. Juni 1494, teilten Spanien und Portugal im Vertrag von Tordesillas Südamerika untereinander auf.  Ein Banner an der Plaza Mayor erinnert daran.  Die Altstadt von Tordesillas kann man wohl malerisch nennen.  Die Kirche Santa Maria besteht einerseits aus gehauenen Steinen, das Kirchenschiff andererseits aus Ziegelsteinen.

Auch ein Storchenpaar fand den Ort wohl lebenswert. 

Am nächsten Tag führte uns der Ausflug zunächst nach Rueda, das einer Weinregion den Namen gab. Die Gemeinde machte einen reichlich verschlafenen Eindruck auf uns.  Mal von den Bodegas abgesehen ist wohl die Kirche das interessanteste Gebäude im Ort. Am Ortsausgang steht die Kapelle Ermita de la Cuba

Nächste Station war die Stadt Medina del Campo mit dem Castillo de La Mota. Die aus dem Mittelalter stammende Burg kann teilweise frei besichtigt werden. In das Oberschoß und den Turm gelangt man nur mit einer Führung in spanischer Sprache.  🙁

In der Stadt war auf der Plaza Mayor ein großes Zelt aufgebaut, in dem ein Weinfest statt  finden sollte. Am Ende des Platzes befinden sich das Rathaus und das Haus, in dem die Königin Isabella von Kastilien ihr Testament verfasst haben soll. Ebenfalls am Platz steht die Kirche Iglesia de La Colegiata.

 

Wenn man schon in einer Weinregion ist, muss man auch einmal eine Bodega vor Ort besuchen. Ich hatte eine ausgesucht, die laut Internet-Auftritt auch am Samstag den ganzen Tag Weinproben anbot. Das neue Gebäude liegt direkt an einer Autobahnabfahrt.Allerdings war nur ein Mitarbeiter anwesend, der zugleich den Laden und die Kneipe (Weinbar) betreute. Er sprach auch nur Spanisch. Nachdem er verstand, was wir wollten, und er uns nicht abwimmeln konnte, telefonierte er einen Kollegen vom Marketing herbei, der nach gut 40 Minuten eintraf. Mit dem hatten wir eine ausführliche Weinprobe (4 Weine und Snacks!) und einen darauf folgenden erfolgreichen Einkauf.  🙂

 

Am nächsten Tag waren auf der Fahrt von Tordesillas nach Miranda de Ebro zwei Weinproben in der Weinregion Ribera del Duero eingeplant. Als erstes fuhren wir eine Bodega in Curiel de Duero an, um Bio-Weine zu probieren und zu kaufen. Laut Internet-Auftritt sollte sie am Vormittag geöffnet sein. War sie aber nicht!  🙁  (Auf meine spätere Beschwerde hin, hat man die Internet-Seite korrigiert.) Weil der Duero einige Zeit die Grenze zwischen den Mauren und den Spaniern bildete, hat auch das Dorf eine Burg.

Beeindruckender ist die benachbarte Burg von Peñafiel, unserem nächsten Ziel.  Die Burg beherbergt ein Weinmuseum, dessen Besuch aber nur zusammen mit einer Führung (in Spanisch) durch die Burg gebucht werden kann! 🙁 Da an jenem Tag auch das Weinfest im Städtchen statt fand, war auf der Burg viel Betrieb. Wir hatten eine Reservierung für eine Führung durch eine Bodega im Ort, so dass wir für Burg-Führung und/oder Museum keine Zeit hatten.

Der Neubau der Bodega, in der wir verabredet waren, wurde von einem renommierten Architektenbüro entworfen und umgesetzt. Die Führung begann jedoch auf der anderen Seite unterhalb des Burg-Berges. Dort existieren die alten Stollen zur Lagerung von Weinfässernund die Nischen für bedeutende Kunden, die hier ihre Flaschenlagern lassen. Von den alten Stollen führt der Weg unter einer Straße durch direkt zum Neubau. Die Flaschenlagerung erfolgt schon im Neubau, ebenso die Lagerung der auszuliefernden Ware. Abschluss durften wir zwei Weine probieren, einen Weißwein aus Rueda (  🙁  da waren wir am Vortag) und einen Rotwein (Crianza) vom Duero. Wir kauften einige Flaschen und machten uns mit Übernachtung in Miranda auf den Heimweg.

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