Frankreich und seine Wölfe

Und wieder kochte die Wut der Bauern und Viehzüchter hoch in Frankreich! Die Regierung hat ihre neuen Pläne für die Wolfspopulation in Frankreich für die nächsten Jahren vorgestellt. Danach sollen ab 2018 nur noch Viehzüchter einen Ersatz der Schäden durch Wölfe erhalten, wenn sie Maßnahmen zum Schutz ihrer Herden ergriffen haben. Bisher hatten sich die Viehzüchter trotz Subventionen u.a. geweigert, Schutzhunde anzuschaffen, weil sie damit die grundsätzliche Anwesenheit der Wölfe in Frankreich anerkennen würden. Ziel dieser Leute ist es ganz offensichtlich, die Wölfe in Frankreich erneut auszurotten.

Die Abschussquote soll zukünftig bei 10 % der Population liegen, in Ausnahmefällen bis zu 12 %.  Das reicht den Züchtern natürlich nicht!

In 2016 sind 3,5 Mio Euro als Entschädigungen an die Viehzüchter gezahlt worden.

Die Pläne sollten am 12.12. in Lyon mit den Beteiligten und Betroffenen diskutiert werden. Die Verbände der Viehzüchter sind aber der Einladung dazu nicht gefolgt. Wie so üblich in Frankreich wird nicht diskutiert und nach Kompromissen gesucht, sondern starr auf einer Postion verharrt und jedes Gespräch abgelehnt.

Seltsam sind die Zahlen und Behauptungen, mit denen eine öffentliche Diskussion geführt wird:

Ca. 360 Wölfe soll es in Frankreich geben. Die Abschussquote wurde auf 40 festgelegt (ca. 11 %). Diese 360 Wölfe sollen in 2016 9.900 und in 2017 bis zum 30.11. schon 11.000 Schafe getötet haben.  Zum Vergleich: Die ca. 160 Wölfe in Deutschland sollen im Zeitraum 2015-2016 ca. 700 Nutztiere getötet haben.

Der Pseudo-Grüne und Europa-Abgeordnete José Bové und das Nationale Büro für die Jagd verbreiten die Behauptung, viele der Wölfe in Frankreich seien Hybride zwischen Wolf und Hund. Damit würden diese Tiere aus dem Artenschutz fallen und könnten abgeschossen werden. Diese Behauptung wurde inzwischen aber durch Untersuchungen widerlegt.

Gegen die Herdenschutzhunde wurde von den Verbänden argumentiert, dass diese bei ihren Aktionen auch schon Schafe über die Klippen in den Abgrund getrieben hätten und dass die Viehzüchter für Bisse an anderen Bergbewohnern und -nutzern haften müssten. Nicht erwähnt wurde, dass die Hunde regelmäßig gefüttert werden müssen und somit die Herden täglich aufgesucht werden müssten, also nicht mehr länger sich selbst überlassen bleiben können.

Zur wirtschaftlichen Bedeutung der Schafzucht in Frankreich hatte ich hier schon Zahlen genannt.

Quellen:

http://www.lefigaro.fr/sciences/2017/12/13/01008-20171213ARTFIG00225-les-eleveurs-en-colere-contre-le-nouveau-plan-loup.php

http://www.sudouest.fr/2017/12/13/le-plan-loup-2018-2023-fait-deja-gronder-4030746-706.php?xtmc=loup&xtnp=1&xtcr=1

 

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