Aktuelle Wettervorhersagen – ein Witz!

Unser Dorf hier im Südwesten Frankreichs ist nicht nur eines der hässlichsten weit und breit, sondern auch eines der trockensten. Wenn es in den Nachbargemeinden regnet, regnet es noch lange nicht bei uns. Oft stoppt der Regen geradezu an der Gemeindegrenze.

Deshalb ist es in einem so extrem trockenen Jahr wie diesem auch so wichtig, zuverlässig über mögliche Niederschläge Bescheid zu wissen. Dabei bin ich nicht einmal anspruchsvoll: Wenn die 2-Tages-Prognose für unser Dorf recht genau und zuverlässig wäre, wäre ich zufrieden. Dem ist aber selbst bei Vorhersagen für den nächsten Tag nicht so!  🙁

Mittlerweile frage ich im Internet 3 verschiedene Anbieter ab und bin erstaunt, wie unterschiedlich die Vorhersagen sind.

Der mit Abstand schlechteste Anbieter mit den unsinnigsten Vorhersagen ist für mich Meteociel.fr. Mag die grobe Übersichtskarte noch einigermaßen korrekt ausschauen, so wird die Vorhersage auf Stadt-/Dorfebene zum schlechten Witz. Zum Beispiel sind von den 20 mm Regen, die uns fürs letzte Wochenende verteilt auf 2 Nächte in Aussicht gestellt wurden, nicht ein Tropfen aus dem Himmel gefallen! Meteociel hatte uns auch fürs Andorra-Wochenende große Hitze vorausgesagt, während es dort angenehm frisch und etwas feucht war. Wie kann man nur so weit und regelmäßig daneben liegen? (Der DWD konnte das sogar genauer, obwohl nicht sein Gebiet!)

Der zweite Anbieter ist La Chaine Météo (Fa. METEO CONSULT), der sich für den besten hält: Untertitel „La meilleure info météo“ ! Leider ist auch er deutlich davon entfernt, gut zu sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass er Ergebnisse aus Wetterdaten der USA und Groß-Britanniens nutzt 😉

Der dritte und vielleicht bekannteste Anbieter in Frankreich ist Météo France. Auch nicht besser! 🙁 Wo gleich aus dem blauen Himmel das vorhergesagte Gewitter kommen soll, ist mit nicht klar, aber in irgendeiner Kaffeetasse werden sie es bei Météo France schon gesehen haben.

Météo France neigt außerdem dazu, in der Tagesübersicht die Temperaturen zu hoch anzuzeigen(wohl der Zuschlag für den Klimawandel) und hat mich mit zu optimistischen Nachttemperaturen im Winter schon die eine oder andere Pflanze gekostet.

Was bleibt ist die Frage, warum keiner der Anbieter in der Lage ist, eine halbwegs präzise 2-Tages-Prognose, ja nicht einmal eine 1-Tages-Prognose zu liefern.

Gibt es keine ausreichende Anzahl an Messstellen zur Wetterbeobachtung?

Sind die Meteorologen so schlecht?

Taugen die Wettermodelle nichts?

Sind die Computer für ausreichend genaue Berechnungen zu klein?

Wird das Wetter nur für ein grobmaschiges Gitternetz berechnet, so dass präzise lokale Vorhersagen gar nicht möglich sind?

Oder bekommt nur der genaue Vorhersagen, der dafür bezahlt?
(In Zeiten, in denen aus jedem Furz im Internet Geld gemacht werden muss, wohl nicht so abwegig).

Eigentlich wäre es besser, sie machen keine Vorhersagen mehr, wenn sie es doch nicht können. Kaffeesatz, Kristallkugeln, Kartenlegen oder Omas Rheuma sind auch nicht schlechter!

Und wir ziehen uns auf die bewährte Bauernregel zurück:

Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder bleibt wie es ist!

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