Inkonsequente Umweltpolitik

Umweltschutz und nachhaltige Umweltpolitik gehören nicht zu den Stärken Frankreichs.  So auch jetzt rund um Toulouse:

Seit 4 Tagen sind die Werte der Luftverschmutzung alarmierend hoch. Der Präfekt von Haute-Garonne hat daher eine Absenkung der zulässigen Geschwindigkeit um 20 km/h auf Autobahnen und Hauptverkehrsachsen verfügt. Auf dem Autobahnring von Toulouse rollen die Fahrzeuge nun mit maximal 70 km/h dahin.

Nun hat Frankreich ja seit einiger Zeit auch Umweltplaketten für Kraftfahrzeuge. Diese sind aber bisher nur für Paris, Lyon, Grenoble verbindlich eingeführt worden. In Toulouse werden sie aber bisher nicht – wie einmal vorgesehen – dazu genutzt, die größten Umweltsünder im Alarmfall von der Straße zu verbannen. Eine solche Maßnahme ist erst für den 27.11.2017 vorgesehen. Aber bis dahin ist eine leichte Wetteränderung angesagt.

Es zeigt sich wieder einmal, wie inkonsequent, feige und verlogen die Umweltschutzmaßnahmen in Frankreich sind!

Herbsturlaub 2017 (2)

Von Olhos de Agua ging es dann nach Isla Cristina in Spanien.Der Ort verfügt über einen langen, hellen Sandstrand.

Von Isla Cristina aus besuchten wir kurz Vila Real de Santo Antonio auf der portugiesischen Seite des Rio Guadiana.

Nach einer Woche ging es dann zunächst nach Sevilla.

Torre del Oro

Der erste Rundgang durch die Stadt führte zum Metropol Parasol auf der Plaza de la Encarnación. Von oben hat man einen schönen Rundblick, zum Beispiel auf die Kathedrale und die Kirche El Divino Salvador.

Auf der Heimfahrt stoppten wir in der Nähe von Salamanca und machten einen Rundgang durch diese.

Plaza Mayor mit Verkaufsständen
Blick auf die neue Kathedrale

Letzte Station war Olite, wo wir Bodegas besuchten und natürlich auch den Palacio Real.

Blick auf die Altstadt

Herbsturlaub 2017 (1)

Wie schon Tradition ging es diesen Herbst wieder nach Portugal und Spanien. Das Wetter war uns wohl gesonnen, sonnig und warm, bis auf die ersten Tage in Albufeira und die beiden letzten Tage in Navarra.

Unser erstes Etappenziel war wie 2016 Burgos.

Plaza Mayor
Kathedrale (Eingang für Besucher)

Auf der Weiterfahrt machten wir Halt in Valladolid.

Plaza Mayor (Stadthaus)
Kirche Santa Maria de la Antigua – rechts Mauer Kathedrale

Der nächste Übernachtungsstopp war ein kleines Hotel auf dem Lande nahe Belmonte. Zum Abendessen sind wir nach Belmonte gefahren, ein geöffnetes Restaurant suchen.

Jüdisches Museum von Belmonte

Erstes Reiseziel war wieder Olhos de Agua mit den roten Klippen und dem schönen Strand von Falesia.

Von hier besuchten wir Albufeira – auch zum Einkaufen in den Supermärkten

und ins geschichtsträchtige Silves, um die Burg zu besichtigen.

Aufgang zur Burg
Kathedrale von der Burg aus gesehen

Was mich diesmal in Olhos de Agua / Albufeira störte, war die aufdringliche Werbung für Stierkämpfe – sogar auf Englisch.  🙁  Das hatten wir die Jahre zuvor nicht gesehen!

 

Bodega-Besuche in Navarra

Diesen Herbsturlaub war Navarra für die Weinproben und -einkäufe dran. Ich wählte Olite als Zentrum für die Bodega-Besuche, weil Olite mit dem Palacio Real auch noch Historisches zu bieten hat und im Ribera Alta und zugleich im Zentrum der Weinregion liegt.

Leider waren die Versuche, vorab Besuchstermine auszumachen, nicht erfolgreich. Zwar haben die meisten Bodegas in ihren Internetauftritten auch Seiten mit Hinweisen auf Besuchsmöglichkeiten und entsprechende Anmeldeformulare, doch leider haben die ausgesuchten Bodegas nicht geantwortet.  🙁  Auch stimmen nicht immer die angegebenen Zeiten.
Im Weinmuseum von Olite liegen die aktuellen Besuchszeiten bereit. Eine freundliche Dame versuchte dort auch telefonische Verabredungen zu treffen.

Als erstes besuchten wir die Kooperative Cosechero Reunidos in Olite. Dort wird am Abend eine kurze Führung angeboten. Kurz vor Führungsbeginn kam noch unangemeldet eine Horde Franzosen, so eine Art angejahrte Boy-Group :mrgreen: , hinzu, der der Führer dann seine Hauptaufmerksamkeit widmete – wohl, weil er Franzosen für besondere Experten hält 🙄 . Die Burschen waren von vornherein an dem süßen Muscat interessiert, machten aber doch die Führung mit. Wir sahen im Rahmen der Führung nur die Beton-Behälter für den Wein. Der Stolz der Bodega ist ein Holz-Ei, in dem Rotwein reift (Marke Ovum). Der Führer sprach von ihm bekannten Ton- und Beton-Eiern – und dass er solche auch bei Dom Pérignon gesehen habe. Die anschließende Weinprobe enttäuschte, weil nur der Muscat für die Franzosen angeboten worden und auf Nachfrage auch ein Rosado. Der Führer weigerte sich, einen Rotwein des Hauses zur Probe anzubieten. 🙁

Am nächsten Tag machten wir eine Führung bei Marco Real / Senorio de Andion mit. Die Führung fand zweisprachig statt (spanisch/deutsch) und führte ausführlich durch die Anlagen der Bodegas, die auch einen Aromenraum besitzen, in dem der Besucher die einzelnen Weinaromen und Fehler erschnüffeln kann. Anschließend fand eine Probe von 4 Weinen statt, 1 Rosado, 1 Weißwein (Chardonnay) und 2 Rotweinen (Crianza und Reserva). Die Führung incl. der Probe von 4 Weinen kostete € 10,00.

Danach fuhren wir nach San Martin de Unx zur Kooperative. Dort konnten wir 4 Weine nach unseren Wünschen kostenlos probieren, 2 Weiße (Viura und Granacha Blanca) und 2 Rotweine (Granacha).

 

Classic Car Festival in Nogaro

Am Wochenende 8./90.10. fand das Oldtimer-Treffen Classic Car Festival auf der Rennstrecke Circuit Paul Armagnac in Nogaro statt. Es sollen ca. 20.000 Zuschauer und 1.000 aktive Teilnehmer gekommen sein! Am Sonntag war ich auch dabei – als Zuschauer.

Höhepunkt des Tages war die Parade der aktiven Teilnehmer in ihren Autos auf der Rennstrecke.  Neben den ganz alten „Schätzchen“ waren vor allem Wagen nach 1950 dabei.

Vor und nach dem Défilé waren die Fahrzeuge auf den Plätzen vor der Rennstrecke aus der Nähe zu bewundern.  Dieser De Dion-Bouton war nicht bei der Parade dabei.Und dieser Ford auch nicht: Ausgerechnet neben dem Ur-Ford hatte man den Ferrari 812 Superfast geparkt! Er war aber nicht der einzige moderne Sportwagen auf dem Treffen. Einige Händler hatten neuere Modelle mitgebracht, zum Beispiel den BMW i8. Zurück zu den Oldtimern! Geht das Dreirad von Morgan noch als Auto durch? Dass das hier ein Auto ist, daran zweifelt niemand.  Hier neben einem Abklatsch für den europäischen Markt, dem Capri – ursprünglich mit einem V4-Motörchen und ungeheuren 75 PS unter der langen Haube. 🙄  Mehr PS hatte dieses US-Fahrzeug 🙂  Meinen Favoriten sah ich zwar bei der Parade, aber nicht in der Ausstellung. Erst auf dem Parkplatz, nicht weit von meinem Pony, stand er auf dem Hänger. Leider war er heftig für die Rennstrecke umgebaut worden. Dennoch hat er mich an meine Zeit als autofahrender Student erinnert.  :mrgreen:

Leider wurde das Festival durch ein schweres Unglück am frühen Sonntag-Nachmittag beeinträchtigt: Ein Leichtflugzeug stürzte am benachbarten Flugplatz auf die Wiese zwischen Landebahn und Rennstrecke ab. Wegen der Lösch- und Bergungsarbeiten blieb die Rennstrecke dann gesperrt.

Wir wollen Glyphosat!

Am 22.9. haben Bauern mit ihren Traktoren Straßen der Innenstadt von Paris blockiert, um gegen ein Verbot von Glyphosat zu protestieren. Der mächtige Bauernverband FNSEA und der Verband der Jeunes Agriculteurs hatten zur Demonstration aufgerufen.

Für die Bauern sind Pestizide wie Glyphosat unverzichtbare Produktionsmittel, um den Franzosen „den Traum von gesunder Ernährung“ erfüllen zu können:

« Comment on peut vouloir vendre du rêve aux Français sur une alimentation saine, alors qu’on nous enlève nos moyens de production ? », a affirmé Frédéric Arnoult, président de Jeunes Agriculteurs d’Ile-de-France.

Jawohl, gesunde Ernährung dank Glyphosat! Dass Glyphosat krebserregend sein soll, wird ja schon länger öffentlich diskutiert. Dass es offensichtlich auch zu geistiger Verwirrung führen kann, ist mir neu. Aber anders ist die Aussage des Bauernfunktionärs nicht zu erklären, oder?

Und natürlich ist der Umweltminister Hulot gleich zur Demo geeilt, um mit der Bauern zu sprechen. Diese werden ja bekanntlich seit Jahrzehnten vom Staat verhätschelt, statt an die Kandare genommen.

Frankreich lobt sich zwar, die drittgrößte Bio-Anbaufläche in der EU zu haben (nach Spanien und Italien), aber das sind nur ca. 6 % der Anbaufläche und damit liegt Frankreich nur auf Platz 18 in der EU.

Da ließe sich also noch viel mehr machen, wenn die Bauern nur wollten!

Erst kürzlich ging die Nachricht durch die französische Presse, dass in Frühstückscerealien, in Linsen und Kirchererbsen Rückstände von Glyphosat gefunden worden sind!

Aber die hiesigen Bauern vergiften uns nicht nur, sondern behaupten auch noch frech, sie würden uns den Traum von gesunder Ernährung erfüllen!

Kein Platz für Tiere!

In Frankreich ist kein Platz für Tiere wie Bären, Wölfe oder Luchse!

Zumindest der größte Teil der Landbevölkerung Frankreich ist davon überzeugt. Sie hat diese Tiere systematisch ausgerottet und will sie nicht wieder haben. Die Natur gehört ihr und ihren Nutztieren. Und so handeln die Landfranzosen auch. Für wilde Tiere ist eben kein Platz in Frankreich, ebenso wenig wie für Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern!

Besonders die Hinterwäldler im Departement Ariège zeigen sich aggressiv gegen die Bären. Sie wollten die Auffrischung des Bärenbestandes durch neue Tiere nicht und lehnen ihre „Einbürgerung“ in den Bergen strikt ab.

Nun behaupten sie, ein Bär habe 200 Schafe über eine Klippe gejagt und so getötet. Ein Bär, keine streunenden Hunde (die werden ohnehin verschwiegen), keine VTT-Touristen, die auch schon mal Schafherden aufgemischt haben sollen! Die Schafe waren natürlich unbewacht – wie üblich. Kein staatlich subventionierter Herdenschutzhund dabei, denn der macht Arbeit, weil er gefüttert werden muss.
Als nun 4 staatliche Agenten kamen, um den Vorfall zu untersuchen, wurden diese von einer Horde bewaffneter Hinterwäldler mit Morddrohungen empfangen. Die Horde schoss mehrfach in die Luft, um die 4 Agenten einzuschüchtern.
http://www.ladepeche.fr/article/2017/08/26/2634170-grosse-tension-estives-menaces-mort-contre-agents-oncfs.html
http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2017/09/01/01016-20170901ARTFIG00219-ours-dans-les-pyrenees-enquete-apres-l-agression-de-quatre-agents-publics.php

Und nun wurde auch noch an verschiedene Stellen ein Video verschickt, in dem die Irren den Aufstand proben und die Jagd bzw. den Abschuss von Bären ankündigen.
„http://www.dailymotion.com/embed/video/k4hd9xbYSUmzEFoDrwb?autoplay=1“
http://www.sudouest.fr/2017/09/15/video-un-commando-arme-decrete-la-reouverture-de-la-chasse-a-l-ours-3779063-4739.php

Es bleibt abzuwarten, was bei den eingeleiteten Maßnahmen der Strafverfolgung heraus kommt. Erfahrungsgemäß wohl nichts! Es gibt in Frankreich Gruppen, die sich alles, wirklich alles, über Plünderungen bis zur Freiheitsberaubung erlauben können, die Bauern gehören dazu.

Wohin dieser Irrsinn führt, zeigt die Nachricht, dass in der Provence  kürzlich so ein Durchgeknallter auf einem Wanderweg die Malinois-Hündin zweier Spaziergänger erschossen hat, weil er sie für einen Wolf hielt! (Wölfe gehören theoretisch auch in Frankreich zu den geschützten Tieren)
http://www.ouest-france.fr/provence-alpes-cote-dazur/alpes-maritimes/pensant-voir-un-loup-il-tue-le-chien-d-un-couple-de-randonneurs-5248230

Zu Schluss noch einige Zahlen, um die Gruppe der ewigen Radaumacher einzuordnen:  Frankreichs Bauern incl. Viehzüchter machen 3 % der Bevölkerung aus. Allein die Schafzüchter haben 2016 600 Mio Euro Subventionen erhalten. Die Subventionen machen ca. 60 % des Umsatzes der Züchter aus! Jedes von einem Raubtier (Bär, Wolf) gerissene Schaf wird vom Staat bezahlt, bei verletzten Tieren werden die Veterinärkosten zu 100 % ersetzt. (Von Hunden attackierte Tiere werden nicht ersetzt.)

Trotz der Millionen Schafe in Frankreich wird die Hälfte des in Frankreich konsumierten Schaf-/Lammfleisches importiert, wobei der Verzehr von Lammfleisch in den letzten 20 Jahren um die Hälfte gesunken ist.  Jeder zweite Franzose soll kein Lamm essen, unter 35 Jahren sogar  2 von 3 Franzosen.

Und zur Umweltfrage: In Zonen ohne Weidewirtschaft ist die Artenvielfalt größer. Die Schafe verhindern außerdem die natürliche Aufforstung der Landschaft.

Aber diese hoch-subventionierte Gruppe hält sich für besonders wichtig und glaubt über Natur und Umwelt nach eigenem Belieben herrschen zu können.

Bauern!

Sind die Bauern hier nur blöd oder auch noch zu feige, die Verantwortung für ihre Fehler einzugestehen?

Der Weg entlang meines Grundstücks ist nicht nur der Zugang zum Haus meines Nachbarn, sondern (leider) auch der Zugang zu einigen Feldern zweier Bauern (Pächter). Der Weg ist übrigens Privateigentum der Anlieger – und die Bauern dürfen ihn kostenlos (leider) benutzen. Nun fühlte sich (endlich) einer der Bauern genötigt, als Gegenleistung die Wegränder mit seinem Traktor und einem Böschungsmäher zu säubern :mrgreen: . Das tat er wohl ausgiebig und gründlich. Allerdings fuhr er dabei mir wiederholt in die Böschung 🙁 , ließ aber meine Sträucher unberührt.

Wer im Traktor saß, habe ich nicht gesehen.

Beim Abendspaziergang mit Oscar sah ich dann die Telefonleitung zum Nachbarn auf dem Boden liegen – abgerissen! Da hat der werte Bauer auch den alten Apfelbaum am Feldrand stutzen wollen und dabei die Telefonleitung „übersehen“, die recht niedrig durch den Baum verlief. Natürlich hat er das nicht bemerkt – oder? Hätte er die Stromleitung erwischt, die etwas höher (zu hoch 😉 ) verläuft, hätte er es bestimmt bemerkt!

Nun ist der Nachbar auch noch auf Familienbesuch nach Schottland gefahren und hat sein Haus Freunden von dort für deren Urlaub überlassen – und, um das Viehzeug zu betreuen 😉 .

Mit Hilfe der Frau unseres sonst nicht so engagierten Bürgermeisters kam dann auch die französische Telekom zwei Tage später, um die Leitung zu flicken. Den Bauern wird es nicht interessiert haben.

Erneuter Bauernärger

Dass der Pächter auf dem benachbarten Acker versucht hatte,  mir einige Quadratmeter von meinem Land zu stehlen, habe ich im September 2015 berichtet. Über die Vermessung und die neuen Grenzsteine habe ich im Dezember 2015 berichtet. Die Vermessung fand ohne den Pächter statt, da er eben nur der Pächter ist. Dann habe ich, wie vom Geometer empfohlen, neben der Grenzmarkierung einen großen Pfosten gesetzt und ihn mit Signalfarbe besprüht.

Eine Zeit lang ging alles gut: Der Pächter hat seinen Raps geerntet, Gerste ausgesät und geerntet und dann neu gepflügt. Aber dabei hat er sich bemüht, wieder möglichst nah an die Grenzmarkierung zu kommen. Jeder Quadratmeter zählt – bei den Subventionen wohl, weniger bei der Ernte.

Und beim Aussäen ist es nun geschehen: Der Mistkerl hat den Pfosten umgefahren. Leider hat er die Grenzmarkierung daneben nicht getroffen, sonst könnte ich ihn wegen der Zerstörung der Grenzmarkierung belangen.

Warum musste das wieder sein? Aus Gier, als Bauer immer zu kurz zu kommen? Aus Hass auf die Fremden in der Nachbarschaft, die einen anderen Lebensentwurf haben und obendrein gegen Pestizide sind? Oder ist er schlicht zu blöd, mit dem Traktor daran vorbei zu fahren? Die Traktoren werden immer größer, die Felder aber nicht – und die Straßen hier auch nicht.

Für zu blöd spricht eigentlich, dass er beim Pflügen mit den Rädern in den Graben am oberen Feldrand gefahren war (dort wo das Wasser vom Weg abgeleitet wird), so dass der Graben dort verstopft ist – und das Wasser beim letzten Regenschauer gleich aus der Traktorspur quer über seinen Acker gelaufen ist.

Erlebnisse, Erfahrungen, Bemerkungen, Frust eines Großstädters unter Bauern in der hintersten französischen Provinz